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Als Willy Brand 1961 den berühmt gewordenen Satz: „Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden!“ verkündete, war einiges in Bewegung geraten. Der Film erzählt die Geschichte der frühen Aktivisten der Umweltbewegung – als es diese offiziell noch gar nicht gab.

Im Ruhrpott wollten  immer mehr Menschen den Dreck, der aus den Schloten quoll, den Ascheregen, den Ruß und Gestank nicht mehr widerspruchslos hinnehmen. In Hattingen prozessierten 1951 die Anwohner eines Kohlekraftwerks. In Oer-Erkenschwick sorgte 1954 der Betriebsrat der Zeche dafür, dass sich Kreistags- und Landtagspolitiker  mit den entlaubten Bäumen im Ort beschäftigen mussten. In Duisburg riefen 1957 Bürgervereine   zu einer Protestversammlungen auf.

Einige Stadtväter in der noch jungen Demokratie begannen, sich für die Gesundheit ihrer Einwohner einzusetzen. Erstmals wurde untersucht, ob Kinder im Ruhrpott kränker sind als Landkinder. Zwei Ärzte aus Essen gründeten die erste Bürgerinitiative Deutschlands: Die „Interessengemeinschaft gegen Luftverschmutzungsschäden“.  In Essen erforschten junge Wissenschaftler in der Kohlenstoffbiologischen Forschungsstation, wie viel Staub und Schwefeldioxid Pflanzen aushalten, ohne krank zu werden. Die Ergebnisse waren eindeutig. Doch es gab Gegenwind, wie sich Gisela van Haut erinnert: „Der Schadatlas, der wurde erst mal irgendwo versteckt. Ich glaube, dass es zu gefährlich war.“

All diese Aktivitäten führten dazu, dass die Politik sich mit der Luftverunreinigung befassen musste und 1959 und 1962 erste Gesetze auf den Weg brachte. Erste Erfolge waren schon Ende der 60er Jahre zu sehen – langsam verschwand der braune Rauch. Doch erst nachdem die Auswirkungen des sauren Regens Anfang der 80er Jahre sichtbar wurden, wurden Gesetze verabschiedet, die die Industrie zwangen, die Immissionen innerhalb der Werke aufzufangen. Richtig blau wurde der Himmel aber erst, als immer mehr Betriebe gezwungen waren, zu schließen.

Buch und Regie: Erika Fehse
Kamera: Stephan Grimm
Schnitt: Volker Gehrke
Ton: Klaus-Peter Baum / Christina Freitag
Fachberatung: Eckehard Koch
Redaktion: Gudrun Wolter

Fotos mit freundlicher Genehmigung von K-P Baum

Literaturempfehlung:
Ekkehard Koch:
„Der Weg zum blauen Himmel über der Ruhr. – Geschichte der Vorläufer-Institute der Landesanstalt für Immisionsschutz“, Essen 1983
Franz-Josef Brüggemeier / Thomas Rommelspacher: „Blauer Himmel über der Ruhr“, Klartext Verlag, Essen 1992
Frank Uekötter. „Von der Rauchplage zur ökologischen Revolution“, Klartext Verlag, Essen 2003
Joachim Radkau: „Die Ära der Ökologie“, Verlag C.H.Beck München 2011

 

 

Erstsendung:
26.04.2010

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