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Die SPD in der Spionagehochburg Berlin

1946, mit der Zwangsvereinigung von SPD und KPD im sowjetischen Besatzungsgebiet, begann die Geschichte des „Ostbüros der SPD“. Es wurde gegründet, um vom Westen aus den Widerstand gegen das SED-Regime in der „Zone“ zu organisieren. 1948 hatte man „drüben“ schon 2000 V-Leute und was sie berichteten, wurde akribisch gesammelt. Ehemalige Kuriere des Ostbüros kommen zu Wort: Heini Fritsche kundschaftete zwischen 1950 und 1951 die Volkspolizei aus, deren Mitglied er war, und lieferte wichtige Informationen über die Remilitarisierung der DDR. Horst Leuther, Turbinenmachinist im Buna-Werk in Halle wurde damals als Quelle ‚V 550‘ geführt. Er informierte seine Auftraggeber über die chemische Industrie der DDR, über Organisationsstrukturen, Pläne und Produkte, über Stasi-Aktivitäten und die Arbeit der SED-Funktionäre.
Mit der neuen Ostpolitik der SPD begann der Abstieg und danach das „Vergessen“ des Ostbüros – denn dieser Teil der eigenen Geschichte war bei den Genossen nicht mehr gern gesehen. Egon Bahr empfand ihre Tätigkeit im Endstadium als „fahrlässig und schwer verantwortbar“, nicht zuletzt deshalb, weil die Grenze zwischen idealistischer Informationstätigkeit und Spionage stets fließend war.

Buch und Regie: Erika Fehse
Kamera: Hansjürgen Paul
Ton: Jens Müller
Schnitt: Doris Schwitthale
Redaktion: Gudrun Wolter

Erstausstrahlung
10.12.97 / WDR

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