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Pressetext:
Aaron (8) und Nico (5) bringen Eltern, Lehrer und Kindergärtnerin oft
an den Rand der Verzweiflung. Sie sind unaufmerksam, impulsiv, oft aggressiv
und zappelig. Die Ärzte verschrieben Ritalin, ein Mittel gegen Aufmerksamkeitsstörungen
- doch die Eltern lehnten ab. Sie suchten Alternativen.
Aaron geht seither regelmäßig zu einem Training, das von Dieter
Krowatschek, einem Marburger Schulpsychologen geleitet wird. In einer
Gruppe von Gleichaltrigen lernt er spielerisch Regeln einzuhalten, die
Konzentrationsfähigkeit zu schulen und die Impulsivität unter
die eigene Kontrolle zu bringen. Nicos Eltern suchen Rat bei dem Heidelberger
Familientherapeuten Helmut Bonney. Als erstes erfahren die Eltern was
sie tun können, wenn Nico mit Worten nicht erreichbar ist.
Schon als Babys waren die beiden Jungen nicht zu beruhigen. So wie auch
Caroline(1), die das erste Jahr ihres Lebens mehr schreiend als schlafend
verbrachte. Die verzweifelte Mutter sucht Hilfe bei Ingrid Müller,
einer Ärztin, die in Köln eine Schreibabysprechstunde eingerichtet
hat.
Der Film begleitet die drei Familien bei ihren erfolgreichen Versuchen
mit Hilfe von Verhaltensänderung die Probleme in den Griff zu bekommen.
Buch und Regie: Erika Fehse
Kamera: Klaus Grittner, Erika Fehse
Ton: Norbert Schröder
Schnitt: Bettina Strunk
Redaktion: Sabine Bubeck-Paaz
Produktion: taglicht media
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Aus: Kölner Stadtanzeiger 17.9.2003
Gut im Griff
Eine derart heikle und komplexe Materie wie im Themenabend über Zappelkinder
und das "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Symptom"
ADHS vermag wohl nur der Kulturkanal Arte zu stemmen. Den interessantesten
Beitrag lieferte die Kölner Autorin Erika Fehse mit einer Dokumentation,
die "Hilfe für Zappelkinder" versprach. Mit einer Handkamera
begleitete Fehse drei Familien mehrere Monate lang und beobachtete deren
Versuche, die Probleme mit ihren unaufmerksamen, aggressiven und zappeligen
Kindern in den Griff zu bekommen. Die wichtigste Botschaft lautete: weg
vom angeblichen Wundermittel für aufmerksamkeitsgestörte Kinder,
dem Amphetamin Ritalin. Statt der umstrittenen medikamentösen Behandlung
stellte die Autorin therapeutische Alternativen vor. Mit überraschenden
Ergebnissen: Der achtjährige Aaron, dessen Verhalten die Eltern völlig
überforderte, lernte spielerisch bei einem Marburger Schulpsychologen,
Regeln einzuhalten und sich zu kontrollieren. Der fünfjährige
Nico ("Ich hau dir eine rein in die Fresse") und seine Eltern
fanden bei einem Heidelberger Familientherapeuten wieder zueinander. Und
in einer Kölner Schrei-baby-Sprechstunde lernten die Eltern der einjährigen
Caroline, das Verhalten ihrer Tochter zu verstehen.
Mit ihrer Kamera kam Erika Fehse den drei Familien zwar nahe (was mitunter
sehr berührte); dennoch hielt sie die notwendige Distanz: Szenen aus
der Therapie wurden lediglich als schwarz-weiße Standbilder gezeigt.
Auch wenn es nur Fallstudien waren: Fehse wies damit betroffenen Familien
einen hoffnungsvollen und vor allem medikamentenfreien Weg aus dem Dilemma.
EMMANUEL VAN STEIN
Link zum ARTE-Themenabend
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