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18.09.89 / WDR

„Verschollen”

In der Sendereihe: „Tod in Deutschland”

 

 

 

 

 

 

 

Pressetext:
Die algerische Sahara hat sich zu einem beliebten, aber in ihrer Gefährlichkeit unterschätzten Urlaubsgebiet entwickelt. Jährlich verdursten in der heißen Sandöde mehr als 70 Abenteuertouristen, die sich im Spurengewirr der Pisten verirrt haben.
Im vergangenen Jahr erregte das Schicksal von vier jungen Deutschen Aufsehen. Sie waren mit je einem Peugeot 504 in Richtung Togo aufgebrochen, um sich mit dem Verkauf der Fahrzeuge ihre Reise zu finanzieren. Drei von ihnen wurden Monate später verdurstet in Grenznähe zum Niger aufgefunden. Der vierte blieb bis heute verschollen.
Der Film rekonstruiert die Suche und schildert, wie sich die Angehörigen durch diese Erlebnisse verändert haben.

Aus: Kölnische Rundschau
Taktvolle Reportage
Der Fall machte im vorigen Jahr Schlagzeilen: Vier junge Deutsche in der Sahara verschollen. In mehreren Autos waren sie in Algerien zu einer abenteuerlichen Fahrt durch die Wüste aufgebrochen. Drei Monate später wurden drei von ihnen verdurstet neben einem kaputten Wagen aufgefunden. Vom vierten fehlt noch immer jede Spur.
In ihrem nur 30 Minuten langen Beitrag rekonstruierte Erika Fehse die verzweifelten Bemühungen der Eltern und Angehörigen, ihre Kinder zu finden. Viele mag überrascht haben, welch geringe Hilfe in solchen Fällen von den diplomatischen Vertretungen im Ausland zu erwarten ist. Deren Unterstützung kann auch nicht besser sein als die Arbeit der örtlichen Behörden. Private Aktionen helfen eher, kosten allerdings auch viel Zeit und Geld.
Besonders gelungen waren die Interviews mit den Eltern. Unaufdringlich, dafür aber um so eindringlicher zeigten sie, wie schwer es ihnen fällt, den Verlust ihrer Kinder zu bewältigen. Betroffen machte das Geständnis des einen Vaters, dessen Leben erst dann einen neuen Anfang haben wird, wenn sein Sohn endlich gefunden ist.
Wie hier trauernde Menschen gezeigt wurden, ohne daß sie das Gefühl haben mußten, "vorgeführt" zu werden, war bewundernswert. Und noch eines wurde deutlich: Damit ein Film beim Zuschauer unter die Haut geht, muß er nicht unbedingt lange dauern. Ulrich Weiter

 
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