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„Bomben, Gift und Reifentöter – Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit"

Aus der Reihe: Geschichten aus dem Kalten Krieg

 
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Bomben, Gift und Reifentöter
Der Film spielt in der heißen Phase des Kalten Krieges, inmitten der Frontstadt Berlin. 1948 wird im Westsektor die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (KgU) gegründet, eine Organisation, die nach politischen Gefangenen in sowjetischen Lagern sucht, die aber auch zur Sabotage des sich formierenden sozialistischen Staates aufruft.
Finanziell und ideell unterstützt durch die CIA, bringt die KgU das Wirtschaftssystem der DDR durcheinander. Anfang der 50er Jahre spitzt sich die Situation zu. Gift und Säuren werden verteilt, Brücken in Brand gesetzt: KgU-Partisanen, Dilettantismus und schreckliche Konsequenzen... Ein fast vergessenes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.


Aus: Tagesspiegel

Nüchterne Sachlichkeit
Unbestechliche Geister haben längst bemerkt, wie unverantwortlich es ist zu handeln. Diesen Film zu sehen, hieß, es zu begreifen. Zu manchen Zeiten konnte ohnehin jeder nur das Falsche tun. Etwa nach 1945. Da gründete einer aus Empörung gegen die neuen Lager in der sowjetischen Zone die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit". Anfangs ein furchtloses Kind des Zorns, das einzige auch, hatte es bald allzu viele Väter, vor allem Geheimdienste. Schon waren seine Widerstands-Plakate von eigenwillig-vertrauter Ästhetik. "Rettet Euch!", stand darauf, und daneben hing eine massakrierte Ratte, stellvertretend für alle Kommunisten. Schon wieder Schädlingsbekämpfung.
Aber es muß auch viel Spaß gemacht haben, gegen die Unmenschlichkeit zu kämpfen. Da wurden Verträge der DDR mit ausländischen Handelspartnern storniert, Züge umgeleitet, Preissenkungen in Kaufhäusern angeordnet. Den Strick um den Hals sah man erst auf den zweiten Blick. Autorin Erika Fehse hat all das sorgfältig recherchiert und in nüchternster, kompromißlosester Sachlichkeit ausgebreitet bis hin zu dem Satz: Die DDR fühlte sich bedroht, 1950 wurde die Stasi gegründet. Keine Legitimation, nur eine Tatsache. Das ist Geschichte, sehr unmoralisch, ein geborener Feind aller Selbstgerechtigkeiten.
KERSTIN DECKER


Aus: FAZ
Geschichten aus dem kalten Krieg
Die heutige Folge dieser dreiteiligen Serie beschäftigt sich mit der "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit". Als die KgU im Jahre 1948 gegründet wurde, diente sie zunächst dem Zweck, den Menschen zu helfen, die unschuldig in sowjetischen Gefangenenlagern saßen. Doch schon bald entwickelte sich die Kampfgruppe zu einer überaus schlagkräftigen Geheimdienstorganisation. Die Aktivisten spionierten, zündeten strategisch wichtige Brücken an, brachten die DDR-Wirtschaft mit gefälschten Direktiven durcheinander und ließen Heliumballons mit Flugblättern nach "drüben" fliegen. Die Stasi schaltete sich ein. Viele KgU-Agenten wurden enttarnt, verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Erika Fehses Dokumentation vermittelt ein eindrucksvolles Bild jener politisch sehr aufgeregten Zeit, die einige das Leben kostete.
 
Regie, Autor: Erika Fehse
Kamera: Piotr Lenar
Schnitt: Renate Herrmann
Musik: Norbert Rodenkirchen
Produktion: zero film GmbH in Co-Produktion mit dem WDR und dem Filmbüro NW

 
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